Die Polizei und der Holocaust
Dass am 13. Juli 1942 Angehörige der deutschen Polizei 1.500 männliche Juden im polnischen Józefów in einem Wald erschossen haben und dass deutsche Polizisten insgesamt direkt am Mord von mindestens 600.000 Jüdinnen und Juden in ganz Europa beteiligt waren, wissen nur sehr wenige Menschen.
Das Projekt bringt Polizeibedienstete, Fachkräfte der Polizeiausbildung, Historiker*innen und Vertreter*innen jüdischer Gemeinden zusammen, um eine seit Langem bestehende Lücke in der Polizeiausbildung zu schließen: die Verwicklung von Polizeiinstitutionen in den Nationalsozialismus und den Holocaust.
Das Projekt verfolgt zwei miteinander verbundene Ziele.
Erstens bietet es Polizeibediensteten aus Deutschland und Österreich ein fundiertes, historisch belegtes Verständnis davon, wie Polizeistrukturen, -praktiken und der Corpsgeist in der NS-Diktatur umgestaltet wurden – und wie diese Transformationen schließlich ermöglichte, dass die Polizei zum Täter von systematischer Verfolgung und Massenmord wurde. Zweitens regt es Beamte heute dazu an, über ihre eigene Berufsethik, ihre Verantwortung in einem demokratischen Rechtsstaat und ihre Rolle im Kampf gegen Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung und Menschenverachtung nachzudenken. Die Villa ten Hompel in Münster – ehemalige Kommandozentrale der Ordnungspolizei und heute ein Ort des Lernens und Erinnerns – fungiert als zentraler Partner und Bezugspunkt für diese Arbeit. Neben der Villa ten Hompel bringt die what matters gGmbH ihre langjährige Expertise in der Bildungsarbeit an historischen Holocaust-Gedenkstätten ein. Dritter Projektpartner ist der World Jewish Congress, durch den die jüdische Perspektive im Projekt in allen Schritten gesichert war. Gemeinsam mit weiteren internationalen Partnern verknüpft das Projekt historische Forschung, Besuche vor Ort, Begegnungsprogramme von Polizeibediensteten in EU-Mitgliedsstaaten und praktische Schulungen zu einem integrierten Bildungs- und Praxisansatz.
Hier finden Sie das im Projekt auf englisch erarbeitete Training Module für die Bildungsarbeit mit Polizeigruppen zur Geschichte des Holocaust.
Im Folgenden finden Sie die englischen Berichte der insgesamt neun Veranstaltungen im Projekt „Police and the Holocaust“
Workshop-Reise in Zamość und Lublin mit Besuch in Józefów
Transnationale Konferenz in Münster
Bei Fragen zu dem Projekt freuen uns wir uns über eine Kontaktaufnahme:
Dr. Andreas Kahrs h.mn@khtarrwseaaesddeatsrt.a
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
Fotos: Danke an Thomas Börner





